Montag, 26. Oktober 2015

Ein Food-Blog mit Baby – geht das? 4 Fragen dazu, wie es nach der Babypause weitergeht

Im August ist der Mini-Cheesecake ist bei uns eingezogen und hat unser Leben wie erwartet ganz schön auf den Kopf gestellt. Deshalb habe ich mir und meinem Blog eine Babypause gegönnt, um den kleinen Menschen richtig kennenzulernen. Nach gut 2 Monaten habe ich jetzt langsam wieder Lust zu bloggen, frage mich aber, ob mein Blog nach der Babypause noch der Food-Blog ist, der er einmal war.

Ein Food-Blog mit Baby – geht das?


Schon das ganze Jahr war es gar nicht so einfach, Rezepte und andere Food-Themen für den Blog zu finden. Anfang des Jahres, also zu Beginn meiner Schwangerschaft, hatte ich sowas von keine Lust zu kochen oder zu backen, weil mir allein vom Geruch mancher Lebensmittel einfach schlecht geworden ist. Im zweiten Drittel hatte ich dann meine alte Form zurück und habe auch fleißig auf Vorrat gearbeitet (deshalb habe ich immer noch ein paar Rezepte in der Hinterhand, die ich noch posten kann), aber am Ende der Schwangerschaft war langes in der Küche stehen auf Dauer einfach zu anstrengend. Ich habe mich lieber ausgeruht, "vorgeschlafen" (jetzt weiß ich: man kann nicht vorschlafen, glaubt mir!) und mich auf mein großes Projekt "Baby" vorbereitet – und bei der Rekordhitze im Juli blieb die Küche dann sowieso kalt.

Jetzt habe ich wieder richtig Lust zu kochen und zu backen, aber – seien wir mal ehrlich – der Mini-Cheesecake braucht verdammt viel Aufmerksamkeit und ich bin froh, wenn ich es schaffe, ausgewogen und abwechslungsreich Mittag zu essen. Ausgefallene Kreationen und spannende Blogrezepte stehen im Moment daher nicht auf meinem Speiseplan.

Trotzdem würde ich gerne weiter übers Essen schreiben und Rezepte bloggen. Aber die Prioritäten haben sich verschoben. Nicht nur stundenlanges in der Küche stehen, auch das aufwendige Aufbauen von Fotosets und das langwierige Bearbeiten von Bildern, kann ich mir im Moment nicht so recht vorstellen.

Und das ist nicht alles: bloggen bedeutet viel Arbeit am Rechner, Daten auswerten, Mails beantworten, mit Kooperationspartnern kommunizieren, Events besuchen, Netzwerken, usw. Ich habe das immer mit viel Leidenschaft gemacht, aber die zunehmende Professionalisierung der Blogs schreckt mich ein bisschen ab. Ich hatte nie den Ehrgeiz, professionell zu bloggen und wünsche mir manchmal die Zeit zurück, in der ich einfach über ein Kochbuch schreiben konnte, ohne mir Gedanken zu machen, ob der Post deutlich genug als "Werbung" gekennzeichnet ist und ob ich mit meinem Kooperationspartner auch richtig verhandelt habe.

Anna von Anna im Backwahn ist selbst erst vor Kurzem Mama geworden und schreibt in ihrem Beitrag "Mein Baby wird 5 Jahre alt" darüber, wie sie bloggen und Mama sein miteinander vereinbart und ist dabei ganz entspannt. Ich sehe es wie sie: hier gibt es in nächster Zukunft wahrscheinlich keine auf Hochglanz polierten Fotos, sondern einfach ehrliche Rezepte wie Omas Zwetschgenkuchen. Und statt von einem Event zum anderen zu hetzen, spiele ich lieber mit dem Mini-Cheesecake.

Ich werde in nächster Zeit also nicht mehr viele Stunden Arbeit in einen Blogpost stecken. Dafür bin ich weiterhin aktiv auf Instagram, Twitter und Co. - weil die Social Media-Kanäle auch wunderbar mit einer Hand auf dem Smartphone funktionieren, während ich das Baby auf dem Arm habe.

Bleibt die Frage:

Ist der Blog als Plattform überhaupt noch zeitgemäß?


Kaddi von Kaddis Welt hat mich mit ihrem Beitrag "Wie es grad um meinen Blog steht" darauf gebracht und auch ich merke, dass auf dem Blog kaum noch kommentiert wird. Ich kann es gut nachvollziehen, auch ich kommentiere inzwischen viel lieber auf Instagram und Co. Es ist einfach unkomplizierter und intuitiver und ich habe alles auf einem Blick auf meinem Smartphone (und kann es wie gesagt Baby-freundlich mit einer Hand bedienen...)

Brauchen wir dann überhaupt noch Blogs? Meine Antwort lautet: JA! Als Foodblogger muss ich irgendwo ja auch meine Rezepte unterbringen und dafür bieten mir die Social Media-Kanäle nicht genug Platz. Wir teilen Content auf Twitter, Facebook und Instagram, aber irgendwo muss dieser Content generiert werden und im Moment ist meine Plattform immer noch der Blog. Und auch wenn nicht mehr regelmäßig kommentiert wird, sprechen die Clickzahlen ja dafür, dass die Rezepte und Berichte gelesen werden. Der Blog soll also bleiben. Aber aktiver bin ich definitiv auf Instagram, Twitter – und ich wollte doch endlich mal Snapchat ausprobieren – mache ich dann, wenn der Kleine mal schläft...

Bloggen als Mama – Gibt es in Zukunft hier auch Mama-Baby-Themen?


Ich denke schon eine ganze Zeit lang darüber nach, ob auch Mama- bzw. Baby-Themen hier Platz finden sollen. Grundsätzlich finde ich es gut, wenn ein Blog einem bestimmtes Thema treu bleibt und eine bestimmte Zielgruppe im Visier hat. Aber Interessen ändern sich. Und dieses kleine Wesen bestimmt meinen Alltag nun doch ziemlich dominant, deshalb komme ich natürlich nicht drumrum, mich mit Babykram zu beschäftigen. Mein Horizont erweitert sich und ich habe beschlossen, dass auch mein Blog mitwachsen darf. 

Auch wenn der Fokus auf "Food" bleiben soll, wird es hier in Zukunft auch hin und wieder Babythemen geben. Welche Inhalte das genau sein werden und in welchem Umfang kann ich im Moment noch nicht sagen, ich weiß ja noch nicht einmal, wie viele Stunden der Mini-Cheesecake heute Nacht schläft und wie viel er morgen essen will – es wird sich also alles zeigen :)

Und der Mini-Cheesecake?


Der wächst und gedeiht, wie er soll – so schnell, dass es mir fast Angst macht. Aber er macht uns mehr Freude, als ich mir je hätte vorstellen können. Und er unterstützt meine Blog-Pläne zumindest unbewusst, indem er brav auf seiner Decke spielt, während ich hier schreibe. Und wer weiß, vielleicht färbt ja was auf ihn ab?






Kommentare:

  1. Liebe Carina, obwohl ich nicht gerade Mama geworden bin, sprichst du mir mit diesem Post absolut aus der Seele. Auch in finde neben zwei Jobs kaum die Zeit dem Blog die Liebe und Aufmerksamkeit zu geben, die er brauchen würde um noch 'größer' zu werden...also habe ich auch akzeptiert, dass mein Blog wohl immer ein kleiner Hobbyblog bleiben wird, mit wenig Kommentaren und keinen super-Profifotos. Und das ist in Ordnung!! :) auch das Thema Kommentare/Instagram und Co. finde ich sehr interessant, denn das ist mir auch aufgefallen...wie du schon sagst, es ist einfacher, auf Instagram ein Foto zu liken, aber unsere Rezepte gehören einfach auf den Blog und deshalb find ich auch, der MUSS bleiben!! ;) ich wünsche dir noch ganz viel Freude mit dem Mini-Cheesecake und freue mich auf neue Rezepte und Fotos :)
    Alles Liebe! Julia

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  2. So ein Foodblog ist ja wirklich eine Menge Arbeit. Wenn man es richtig und schön machen will. Um so toller, wenn Du "trotz" Baby weiter machen willst. Bloß nicht unter Druck setzen!

    Seit es Instagram und Twitter gibt, "leidet" mein Blog auch. Du hast es schon geschrieben, es ist eben einfacher. Trotzdem könnte ich aufs bloggen nie verzichten, weil es sowas wie mein Tagebuch ist. Aber den Druck, täglich was posten zu müssen/wollen, habe ich erst mal von mir nehmen müssen. Das war ein langer Lernprozess. Eigentlich bescheuert.

    LG

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