Freitag, 29. März 2013

Kulinarische Reise nach Wien Teil 1: Von Kaffeehäusern und Beisln

Frühling in Wien. Das war der Plan. Hach, wär das schön gewesen.

Aber mal ehrlich: wer im Januar ins Reisebüro stapft und einen Städtetrip für Ende März bucht, rechnet auch nicht wirklich mit Eisregen und Schneesturm. War dann aber so. Yay.

Und was tut man in so einer Situation? Natürlich das Beste daraus machen und den ganzen Tag in Kaffeehäusern sitzen. Um dann am frühen Abend weiterzuziehen und in einer Beisl einzukehren. Schnitzel essen. Bierchen trinken. Es ließ sich also - trotz Januar-Feeling im März - durchaus aushalten im hübschen Wien :).

Außerdem übertreibe ich auch ein bisschen: nach zwei Tagen Eisregen wurden wir nämlich mit dem ersten Frühlingstag belohnt: 14 Grad, Sonne! - da ist uns vor Freude glatt der Glühwein aus der Hand gefallen...

Alles in allen war es also doch ein wunderbarer Ausflug in die österreichische Hauptstadt mit den vielen bekannten imposanten Bauwerken (selbst ein schnöder H&M steckt in einem zauberhaften verschnörkelten Haus mit knarrenden Treppen und Stuck an der Decke).

Besonders toll an Wien: die Gastronomieszene bleibt sich treu, was irgendwie ehrlich wirkt. Man setzt auf ausgedehnte Kaffeehaus-Aufenthalte, in denen es neben der obligatorischen Sachertorte auch herzhafte Gerichte wie Gulasch gibt und außerdem auch Wein, Bier und sogar Cocktails. Abends kehrt man irgendwo ein, um Forelle, Wiener Schnitzel und Kürbisravioli mit Steirischem Kernöl zu essen. Mehr braucht es auch nicht zum Glücklichsein.

Für euch gibt es jetzt die leckersten Adressen, Rezepte und Mitbringsel aus der österreichischen Hauptstadt - vielleicht habt ihr ja auch Lust auf einen kleinen Ausflug...

Das Kaffeehaus
Wiener Kaffeehäuser sind einfach legendär. Man sitzt auf roten Polstern und bestellt eine Melange/einen Mokka/einen Verlängerten oder eine der zig anderen Kaffeevarianten, von denen wir zuhause noch nie gehört haben. Oder man genehmigt sich am Mittag ein Gläschen Wein. Man liest Zeitung. Schaut dem Treiben zu. Stundenlang. Nie wird man zu einem zweiten Kaffee gedrängt oder schräg vom Kellner angeschaut. Außer man stürzt sein Getränk und verlangt nach 20 Minuten die Rechnung. Das machen nur die Touristen - (also wir, wir haben's ja eilig :). In Wien hat man halt die Ruhe weg.



Ich habe mich fleißig durch die Speisekarte probiert und habe Folgendes gelernt: Sacher-Torte ist nicht meins. In Rum getränkter Biskuit mit Marmelade und Kuvertüre. Nicht besonders spannend. Ich hatte mir wirklich mehr erhofft. Mehr schokoladig. Mehr fluffig. Mehr was auch immer.

Aber: der Apfelstrudel war traumhaft! Den besten Apfelstrudel gab es im Café Drechsler direkt am Naschmarkt. Warm, saftig, knusprig, mit einem Hauch Orient (Rosenwasser?). Apfelstrudel (oder Mohnstrudel oder Kirschstrudel oder Milchrahmstrudel) muss dringend so schnell wie möglich auch in der heimischen Küche gezaubert werden.

Beisl
Beisln sind kleine Kneipen oder Restaurants, die ursprüngliche Gerichte servieren oder diese neu interpretieren ("Neo-Beisl"). Der Schwerpunkt liegt dabei häufig auf regionalen und/oder Bioprodukten - und das ist genau mein Ding! Support your local Dealer! Da bin ich dabei! Im Cuadro, das berühmt ist für seine Bioburger, haben wir Wildburger mit geröstetem Kürbis gegessen und dazu feines Bier (Hausmarke!) getrunken.



Im Silberwirt gab es dann wie oben schon erwähnten Kürbisravioli mit Kernöl und Erdäpfelchips und Saftgulasch - etwas teuer als die Burger, aber unglaublich gut!

Der Naschmarkt
Natürlich haben wir auch den kulinarischen Wiener Touristenmagnet besucht: den Naschmarkt. Klaro, es war schön, an den vielen feinen Essensauslagen vorbeizuspazieren und - logisch - ein paar Souvenirs habe ich dort auch gekauft. Aber ganz ehrlich: die Restaurants haben uns an jede x-beliebige Urlaubsstrandpromenade erinnert: ein Restaurant am anderen, draußen Speisekarten mit fotografiertem Essen (!) und die aus dem Urlaub bekannten hochmotivierten "Gästebeschaffungsangestellten", die jedem Vorbeiziehenden das Tagesgericht wie geschnitten Brot anpreisen und mit der Foto-beladenen Speisekarte wedeln. Nee, danke.

Macht aber gar nichts. In Wien gibt es unzählige gute Restaurants, Beisln, Heurige, Kneipen, Kaffeehäuser und auch kleine Snack-Shops mit Bagels und vielen anderen Leckereien (z.B. das Snackberry). Oder das Babette's: ein Buchladen nur mit Kochbüchern (es war das Paradies!), der neben Kochkursen auch einen kleinen, aber feinen Mittagstisch anbietet.


Ihr seht also: in Wien muss niemand verhungern.

Apropos verhungern: ich geh' jetzt mal in die Küche. Apfelstrudel machen. Und berichte euch davon.

Bis dahin ein wunderschönes Osterwochenende - ich drück ganz doll die Daumen für Frühling!





Kommentare:

  1. Ich war im letzten Jahr bei Eis und Schnee in Wien...Du hast recht. Man kann ganz viel und ganz wunderbar essen.
    Liebe Grüße
    Tanja

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  2. Wien ist wirklich eine tolle Stadt und Deine mitgebrachten Bilder wunderbar! Wie schoen, dass ihr dann doch noch Glueck mit dem Wetter hattet. Auf 14° komme ich hoechstens, wenn ich die Temperaturen der letzten fuenf Tage zusammenrechne *lach*

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  3. Ich hab noch nie erlebt das jemand über Wien so schwärmen kann!! gg
    Für uns Österreicher ist es eine ganz normale Großstadt mit vielen Verrückten und viel Lärm!! ;-) Lg Tatjana

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  4. everything looks good! and hmmmm that coffee O_O

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  5. Es sieht alles lecker aus, das mit dem Wetter ist trotzdem Mist !

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  6. Für uns Österreicher ist Wien echt alltäglich ;) Aber ich finde es schön, wenn du davon so schwärmen kannst. Wenn du deine Sachertorte nicht im Cafè Sacher gegessen hast, kann ich verstehen, wenn du nicht soo begeistert davon warst ;). Aber mach doch mal einen "ausgezogenen" Apfelstrudel. Der wird noch einmal tausendmal besser.

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  7. Oh, das passt ja perfekt - bei uns steht demnächst auch ein Wien-Trip an, also vielen Dank für die Tipps! Der Apfelstrudel wird sicherlich probiert! :)
    LG
    Kitty

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